Die SP Kanton Bern ist irritiert über die angekündigte Schliessung der stationären Chirurgie Aarberg ab 2028. Die Umwandlung in einen rein ambulanten Chirurgiestandort droht die regionale Gesundheitsversorgung im Seeland weiter zu schwächen. Für die SP ist klar: Die Bevölkerung in den Regionen braucht eine verlässliche medizinische Versorgung vor Ort.
Besonders kritisch beurteilt die SP die möglichen Auswirkungen auf den Notfallbetrieb. Wenn keine Chirurginnen und Chirurgen mehr vor Ort tätig sind, stellt sich die Frage, wie ein leistungsfähiger und rund um die Uhr verlässlicher Notfallbetrieb künftig gewährleistet werden soll. Die Inselgruppe muss deshalb transparent darlegen, welche Auswirkungen die geplante Schliessung auf die Notfallversorgung der Bevölkerung im Seeland haben wird. Verschiedene Eingriffe müssten nach Biel, Bern oder in Privatspitäler verlagert werden. Gerade bei akuten gesundheitlichen Problemen ist eine solche Zentralisierung problematisch.
Für die SP Kanton Bern ist zudem nicht nachvollziehbar, weshalb ein gut funktionierender Bereich mit offenbar positiven finanziellen Ergebnissen aufgegeben werden soll. Wenn die Chirurgie schwarze Zahlen schreibt und Gewinne erwirtschaftet, braucht es eine überzeugende und öffentlich nachvollziehbare Begründung für einen solchen Abbau.
Manuela Kocher Hirt betont: «Besonders stossend ist, dass offenbar weder die Personalverbände im Rahmen des GAV noch die Betriebskommission und die Standortgemeinde in die Entscheidfindung einbezogen wurden. Bei einem derart weitreichenden Eingriff in die regionale Gesundheitsversorgung müssen die betroffenen Mitarbeitenden, die lokalen Behörden und die Bevölkerung frühzeitig und ernsthaft involviert werden.» Auch die Aufhebung von rund zehn Ausbildungsplätzen für Assistenz- und Oberärzt:innen irritiert, da solche Plätze auch zukünftig zentral sind, um qualifiziertes Personal für den Gesundheitsbereich zu erhalten.
Die SP Kanton Bern fordert deshalb von der Inselgruppe Transparenz über die geplante Strategie für den Standort Aarberg. Sie will wissen, welche Leistungen künftig in Aarberg angeboten werden, wie die Notfallversorgung sichergestellt werden soll, was mit den Ausbildungsplätzen geschieht und welche Folgen die Schliessung für Patientinnen und Patienten sowie das Personal haben wird.
Die SP Kanton Bern wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Gesundheitsversorgung im ganzen Kanton Bern qualitativ hochstehend, zugänglich und wohnortnah bleibt.
Für die SP Kanton Bern ist klar: Gute Gesundheitsversorgung darf nicht allein nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen organisiert werden. Gerade in den ländlichen Regionen braucht es eine verlässliche medizinische Infrastruktur unabhängig von der reinen Rentabilität.
Weitere Auskünfte
Manuela Kocher Hirt, Grossrätin und Präsidentin SP Kanton Bern, 079 373 21 51