Die SP-JUSO-Fraktion bedauert den Entscheid des Grossen Rates, die Wasserstrategie 2040 des Kantons Bern zurückzuweisen, obwohl sie von allen Fraktionen grundsätzlich positiv beurteilt wurde. Angesichts der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und der Pestizidproblematik ist dieser Entscheid kurzsichtig und verantwortungslos. Statt die dringend nötigen Grundlagen für eine sichere Wasserversorgung zu schaffen, wird die Umsetzung einer vorausschauenden Wasserpolitik auf die lange Bank geschoben.
Längere Trockenperioden, häufigere Starkniederschläge, zunehmende Nutzungskonflikte und die Pestizidproblematik setzen die Wasserversorgung bereits heute unter Druck. Die Wasserstrategie 2040 hätte einen wichtigen Rahmen geschaffen, um den Schutz des Grundwassers, die Sicherung der Trinkwasserversorgung, die Förderung der Biodiversität und die Anpassung an den Klimawandel koordiniert anzugehen. Eine einwandfreie Trinkwasserqualität muss als übergeordnetes Ziel klar festgeschrieben werden
Der Schutz des Grundwassers an der Quelle ist wirksam, günstig und nachhaltig. Belastungen durch Pestizid-Metaboliten, Chlorothalonil oder PFAS zeigen, dass nachträgliche technische Lösungen aufwendig, teuer und oft nur begrenzt wirksam sind.
Ebenso wichtig ist eine leistungsfähige und zukunftstaugliche, gut vernetzte Trinkwasserinfrastruktur. Das erhöht die Versorgungssicherheit und hilft, die Herausforderungen zu bewältigen. Deshalb sind regionale Wasserversorgungsplanungen konsequent voranzutreiben.
Mit der Rückweisung verschiebt der Grosse Rat notwendige Entscheide in die Zukunft – auf Kosten der Planungssicherheit für Gemeinden, Wasserversorger, Landwirtschaft und Bevölkerung. Gerade weil Wasser ein lebensnotwendiges öffentliches Gut ist, braucht es jetzt klare Leitplanken und verbindliche Massnahmen statt politischer Verzögerung. Grossrätin Karin Berger-Sturm betont: «Wasser ist Leben. Um sauberes Trinkwasser und eine sichere Bewässerung auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen die Massnahmen in der Wasserstrategie jetzt konsequent umgesetzt werden»
Umso wichtiger sind die überparteilichen Motionen, welche konkrete Schritte für eine sichere und saubere Wasserversorgung verlangen. Sie zeigen exemplarisch, wo der Handlungsbedarf im Kanton Bern liegt: bei fehlenden Datengrundlagen, beim ungenügenden Schutz des Grundwassers und beim Umgang mit Pestizidrückständen im Trinkwasser. Der Grosse Rat anerkennt die Dringlichkeit dieser Fragen und überwies die Motion zu sicherer Wasserversorgung (T95) sowie die Motion von SP-Grossrätin Sarah Gabi Schönenberger «Verbindliche Schutzmassnahmen für Trinkwasser» (T96) klar, ohne sie abzuschreiben.
Grossrätin Sarah Gabi Schönenberger stellt klar: «Symbolpolitik bringt uns nicht weiter. Wir wollen, dass die Wasserstrategie Wirkung entfaltet: mit sauberem Trinkwasser, geschützten Grundwasservorkommen, funktionierender Infrastruktur und klaren Strategien für Mangellagen.»
Die SP-JUSO-Fraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass der Kanton Bern eine verbindliche, ökologische und sozial verantwortliche Wasserpolitik verfolgt – mit klaren Schutzmassnahmen und einer langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung.